Die Autosuggestion und ihre Gesetzmäßigkeiten:

 

 

"Es wird die Zeit kommen, wo es als Schande gilt, krank zu sein, wo man Krankheiten als Wirkung verkehrter Gedanken erkennen wird."

(Wilhelm von Humboldt)

 

 

Bei der Autosuggestion handelt es sich um die in jedem Menschen liegende Fähigkeit, sein Unterbewusstsein gezielt zu beeinflussen.

Um die Phänomene der Suggestion oder konkreter der Autosuggestion richtig zu verstehen, muss man davon ausgehen, dass in uns zwei völlig verschiedene "Wesenheiten" wirken, die beide mit Intelligenz ausgestattet sind:

Das Bewusste und das Unbewusste.

Und obwohl wir die Existenz des Unterbewusstseins im allgemeinen nicht wahrnehmen, werden wir tagtäglich von unserer eigenen unbewussten Kraft gelenkt und geleitet - ja oft sogar entgegen unseres eigenen bewussten Willens.

Betrachten wir beispielsweise eine Person, die unter Schlaflosigkeit leidet. Wenn Sie sich nicht krampfhaft bemüht, einzuschlafen, wird sie ruhig in ihrem Bett liegen. Je mehr sie sich aber bemüht, einzuschlafen, desto aufgeregter wird sie.

Haben Sie nicht auch schon bei sich festgestellt, dass Ihnen der Name einer Person, den Sie im Augenblick vergessen haben, um so weniger einfällt, je krampfhafter Sie ihn suchen? Wenn Sie aber die Vorstellung "ich habe den Namen vergessen" durch die Vorstellung "ich werde mich daran erinnern" ersetzen, fällt Ihnen der Name ganz von selbst wieder ein, ohne die geringste Mühe.

Welcher Radfahrer erinnert sich nicht an seine Anfänge? Er saß auf dem Rad, klammerte sich an die Lenkstange und hatte Angst runterzufallen. Plötzlich, als er mitten auf dem Weg einen kleinen Stein entdeckte oder ihm ein Pferd entgegenkam, versuchte er, dem Hindernis auszuweichen. Aber je stärker er sich bemühte, ihm auszuweichen, desto zielsicherer steuerte er auf das Pferd zu.

Wem ist es nicht schon passiert, dass er plötzlich einen Lachkrampf bekam, der um so stärker wurde, je mehr er sich bemühte, ihn zu unterdrücken?

In welcher Verfassung befanden sich die Menschen in diesen verschiedenen Situationen? Ich will nicht fallen, aber ich kann es nicht vermeiden; ich will schlafen, aber ich kann nicht; ich will mich an den Namen von Frau X erinnern, kann es aber nicht; ich will dem Hindernis ausweichen, aber ich kann nicht; ich will das Lachen unterdrücken, aber ich kann es nicht.

Bei jedem dieser Konflikte siegt die Vorstellungskraft (das Unbewusste) ausnahmslos über den Willen (das Bewusste).

Auch die folgenden Fälle gehören in diesen Zusammenhang:

Ein Offizier reißt seine Truppe mit sich, indem er sich an ihre Spitze stürzt. Andererseits wird der Ruf: "Rette sich, wer kann" fast unvermeidlich eine wilde Flucht auslösen. Warum? Im ersten Fall stellen sich die Männer vor, sie müssten vorwärtsstürmen, im zweiten bilden sie sich ein, sie seien besiegt und könnten sich nur durch schnelle Flucht retten.

Panurge (sprichwörtlicher lustiger Schurke, eine Figur aus dem Roman "Gargantua und Pantagruel" von Francois Rabelais) wusste wie ansteckend solch ein Beispiel wirkt, das heißt, er kannte die Wirkung der Vorstellungskraft, als er auf einer Seereise einem Händler, dem er einen Streich spielen wollte, den Leithammel abkaufte und ihn über Bord warf. Er wußte von vornherein, dass die gesamte Herde ihm hinterherspringen würde, und das geschah dann auch.

Auch wir Menschen gleichen mehr oder weniger einer solchen Hammelherde und folgen oft gegen  unseren Willen  dem Beispiel der anderen, weil wir uns  vorstellen , wir könnten nicht anders.

So sind wir, die wir so stolz auf unseren Willen und unsere Handlungsfreiheit sind, in Wirklichkeit nur erbärmliche Marionetten unserer Vorstellungskraft. Erst wenn wir gelernt haben, diese zu beherrschen, hören wir auf, Marionetten zu sein.

Merken Sie sich bitte  folgende geistige Gesetzmäßigkeiten:

 

1. Jede bildhafte Vorstellung, die uns erfüllt, hat das Bestreben, sich zu verwirklichen. Allerdings darf keine andere bildhafte Vorstellung dagegen stehen und sich die beiden Wirkungen gegenseitig aufheben.

2. Wenn der Wille und die Vorstellungskraft im Widerstreit stehen, siegt stets die Vorstellungskraft (auch Glaube), ohne Ausnahme.

Mancher von Ihnen hat schon seinen ganzen Willen bemüht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und hat es trotzdem nicht erreicht. Ein anderer erreicht die Verwirklichung seiner Ziele anscheinend ohne große Anstrengung. Er kennt das Geheimnis und aktiviert den inneren Antrieb, indem er die entsprechenden bildhaften Vorstellungen in sich erzeugt und sich damit ganz intensiv erfüllt, bis keine entgegengesetzte Vorstellung mehr in ihm aufkommen kann. Hier drängt sich uns eine dritte Erkenntnis auf:

3. Es ist das Gesetz von der das Gegenteil bewirkenden Anstrengung.

Jede Anstrengung ohne bildhafte Vorstellung bleibt nicht nur erfolglos, sie bewirkt oft sogar das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. Es ist also durchaus nicht gleichgültig, was wir denken. Unser Denken ist für unser Schicksal von ausschlaggebender Bedeutung. Deshalb sollte eines unserer wichtigsten Ziele sein, unsere Gedanken zu kontrollieren, damit wir sie nach Belieben steuern können und wir unser Schicksal selbst bestimmen.

4. Stimmen Wille und Vorstellungskraft überein, so werden diese Energien nicht bloß addiert, sondern vielmehr miteinander multipliziert.

 

Ich empfehle eine "bewusste Lenkung der Gedanken". Es gibt mehrere Methoden, dies zu erreichen: Autogenes Training, vorgenommene bewusste Autosuggestion, Mentales Training oder auch Hypnose.

Bei all diesen Methoden haben Sie ein wirksames Mittel, Ihr Unbewusstes gezielt positiv zu beeinflussen. Ihr Unbewusstes beginnt dann, seine Kräfte und Möglichkeiten auf ein bestimmtes Vorhaben oder Ziel zu sammeln - ähnlich wie die Bündelung von Sonnenstrahlen durch ein Vergrößerungsglas.

Durch Hypnose und/ oder Autogenes Training stärken Sie ihren Willen und Ihre Vorstellungskräfte. Sie haben ein Ziel, und Sie wollen dieses auch erreichen. Die Wirkung der positiven Gedankenkraft ist vielseitig, und sie erweist sich in den meisten Fällen als sehr wohltuend.

Sie übernehmen selbst die Verantwortung für die eigene Wirklichkeit, machen Schluß mit der Rolle eines "Opfers äußerer Umstände".

Die bewusste Lenkung Ihrer Gedanken kann Ihnen den Weg weisen, der an Ihrem Ziel endet.

 

Ihr Heilpraktiker Glenn Horn

 

Hinweis: Siehe auch das Thema auf meiner Website

                   "Praxis-Service 1: Autogenes Training - eine Anleitung"